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Sonderflansche nach Zeichnung — ab 1 Stück

Wenn Norm-Ware nicht passt: Wir fertigen nach Ihrer Zeichnung — vom Einzelstück bis zur Serie, ohne Mindestabnahme.

ab 1 Stück
keine Mindestabnahme
Einzel & Serie
Losgrößen
nach Zeichnung
Fertigung
ø 1720 mm
bis Durchmesser

Was eine Sonderanfertigung ist

Sonderanfertigung heißt bei uns: Das Teil entsteht nach Ihrer Zeichnung, nicht nach einem Katalogeintrag. Das betrifft Abmessungen ebenso wie Lochbilder, Dichtflächen, Werkstoff und Oberflächenzustand.

Typisch ist der Fall, dass eine Anlage älter ist als jede aktuelle Norm, dass ein Anschluss zwischen zwei Systemen vermittelt oder dass ein Bauteil unter einem Medium steht, für das die Standardgüte nicht reicht.

Typische Anlässe für eine Sonderanfertigung

In den meisten Fällen liegt es nicht daran, dass etwas Exotisches gebraucht wird — sondern daran, dass die Umgebung nicht zur Norm passt.

Häufige Ausgangslagen

  • Eine Altanlage arbeitet nach einer Norm, die es so nicht mehr gibt, oder nach gar keiner — das vorhandene Teil ist die einzige Vorlage.
  • Zwei Systeme sollen verbunden werden, deren Lochkreise oder Dichtflächen nicht zusammenpassen.
  • Das Medium verlangt eine Güte, die für dieses Bauteil nicht als Lagerware existiert.
  • Der Bauraum ist zu eng für die Normausführung, die Blattstärke muss reduziert werden.
  • Ein Bauteil ist ausgefallen und wird als Ersatz nach Muster gebraucht — meist unter Zeitdruck.
  • Für eine Prüfung oder Erweiterung wird ein Zwischenstück gebraucht, das es fertig nicht gibt.

Ab welcher Stückzahl

Wir fertigen auch Einzelstücke, ebenso nach Zeichnung. Ob das für Ihr Teil wirtschaftlich sinnvoll ist, klären wir mit Ihrer Anfrage.

Zu beachten ist allein die Kostenstruktur: Bei einem Einzelstück verteilen sich Rüst- und Programmieraufwand auf ein einziges Teil, während der Stückpreis mit steigender Losgröße deutlich sinkt. Wenn absehbar Nachbestellungen anstehen, lohnt es sich, das bereits in der Anfrage zu erwähnen.

Wo unsere Teile eingesetzt werden

Sonderflansche und Zeichnungsteile aus unserer Fertigung stehen überwiegend dort, wo Medien aggressiv, Drücke hoch oder Anforderungen dokumentationspflichtig sind.

So verschieden diese Branchen sind — eines haben sie gemeinsam: Das Bauteil selbst ist selten der teuerste Posten. Teuer wird der Stillstand, den ein Ausfall verursacht, und aufwendig wird die Dokumentation, die ihn im Nachhinein erklären muss. Deshalb zählt bei diesen Teilen weniger der Stückpreis als die Frage, ob Werkstoff, Ausführung und Zeugnis lückenlos zusammenpassen.

Einsatzbereiche

  • Petro- und Chemieindustrie
  • Behälter- und Apparatebau
  • Pharmaindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Energie- und Kraftwerksbau

Was eine Zeichnung enthalten sollte

Eine vollständige Fertigungszeichnung beschleunigt alles Weitere. Fehlt sie, geht es auch ohne — dann ersetzen Maßangaben und ein Foto des vorhandenen Teils den fehlenden Plan.

Wichtig sind vor allem die Maße, an denen die Verbindung später hängt: Außendurchmesser, Innendurchmesser, Blattstärke, Lochkreisdurchmesser, Anzahl und Durchmesser der Bohrungen sowie die Ausführung der Dichtfläche. Dazu der Werkstoff und, falls vorgegeben, der Oberflächenzustand.

Toleranzen sollten dort stehen, wo sie gebraucht werden — und nur dort. Eine Zeichnung, die alle Maße eng toleriert, verteuert das Teil, ohne es besser zu machen. Umgekehrt gilt: Wo eine Passung erforderlich ist, gehört sie ausdrücklich vermerkt, sonst wird nach allgemeiner Toleranz gefertigt.

Bei einem Nachbau nach Muster helfen zwei Dinge besonders: ein Foto mit angelegtem Maßstab und die Angabe, wo genau das alte Teil versagt hat. Letzteres verrät oft mehr über die Anforderung als die Zeichnung selbst.

Von der Zeichnung zum Angebot

Alle Schritte laufen in unserem Werk in Klagenfurt am Wörthersee. Nach Ihrer Anfrage prüfen wir zuerst die Machbarkeit: Passen Durchmesser, Stärke und Werkstoff zu den vorhandenen Maschinen, und ist das Material in der geforderten Güte und Zeugnisstufe beschaffbar? Ergeben sich dabei Rückfragen, melden wir uns mit einer konkreten Frage statt mit einer Absage — oft lässt sich eine Anforderung anders erfüllen als zunächst gedacht.

Anschließend wird der Bearbeitungsablauf festgelegt und daraus Aufwand und Termin abgeleitet. Das Angebot nennt Werkstoff, Abmessungen, Zeugnisstufe und Liefertermin, damit Sie es gegen Ihre Vorgaben prüfen können.

Liegt keine Zeichnung vor, geht es auch nach Muster. Ein bemaßtes Foto des vorhandenen Teils mit Angabe von Außendurchmesser, Lochkreis, Lochanzahl und Stärke reicht in vielen Fällen für eine erste Einschätzung.

Was wir für ein Angebot brauchen

Am schnellsten geht es mit einer Zeichnung. Liegt keine vor, helfen uns Angaben zu Werkstoff, ähnlicher Norm, Abmessungen und Stückzahl bereits weit.

Nennen Sie außerdem gleich mit, was sonst leicht untergeht und den Termin verschiebt: einen Wunschtermin, die geforderte Zeugnisstufe und einen bestimmten Oberflächenzustand, falls er vorgegeben ist.

Hilfreich in der Anfrage

  • Zeichnung oder vergleichbare Norm
  • Werkstoff bzw. Medium und Temperatur
  • Abmessungen und Stückzahl
  • Geforderte Zeugnisstufe (3.1 oder 3.2)
  • Wunschtermin

Was ein Angebot ausbremst

Die häufigsten Verzögerungen entstehen nicht in der Fertigung, sondern davor — weil eine Angabe fehlt und nachgefragt werden muss.

Vermeidbare Rückfragen

  • Werkstoff nur als Handelsname genannt, ohne Werkstoffnummer oder AISI-Entsprechung
  • Zeichnung ohne Angabe der Dichtflächenausführung
  • Zeugnisstufe erst nach Auftragserteilung genannt — bei 3.2 muss die externe Abnahme terminlich mitlaufen
  • Stückzahl offen, obwohl sie den Preis maßgeblich bestimmt
  • Wunschtermin nicht genannt, sodass er nicht eingeplant werden kann

Womit Sie bei der Lieferzeit rechnen sollten

Den Ausschlag geben die Bearbeitungsstufen und die Materialverfügbarkeit. Solange eine Standardgüte in üblicher Abmessung ausreicht, ist der Weg kurz — das Material liegt, es muss nur bearbeitet werden.

Zeit kostet alles, was vorher beschafft oder terminlich abgestimmt werden muss: ein Sonderwerkstoff, ein sehr großer Durchmesser, eine hohe Blattstärke. Und die externe Abnahme für ein 3.2-Zeugnis, die sich nicht nachträglich einschieben lässt.

Deshalb die Bitte: Nennen Sie Ihren Wunschtermin schon in der Anfrage. Wir bestätigen ihn mit dem Angebot oder sagen Ihnen, was stattdessen machbar ist. Ob sich ein Termin durch einen Eilauftrag halten lässt, klären wir im Einzelfall.

3.1 oder 3.2 — was den Unterschied macht

Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 stellt ein vom Hersteller autorisierter Prüfer aus, der betrieblich unabhängig von der Produktion ist. Es belegt die konkrete Lieferung mit echten Mess- und Testergebnissen und wird rein intern abgewickelt.

Ein 3.2-Zeugnis verlangt zusätzlich die Abnahme durch eine externe, unabhängige Instanz — den TÜV, eine Klassifikationsgesellschaft oder einen von Ihnen beauftragten Sachverständigen. Gefordert wird das typischerweise bei Druckgeräten höherer Kategorien nach PED, in der Chemie- und Raffinerietechnik sowie bei Offshore- und Nuklearanwendungen.

Für Sie hat das eine praktische Folge: Die 3.2-Abnahme muss terminlich mitlaufen. Wer sie erst nach der Fertigung anmeldet, verliert Zeit, die sich nicht mehr aufholen lässt.